U6-Verlängerung nach Martinsried: Der erste Meilensteinstein bei der Gestaltung des künftigen U-Bahnhofs ist gesetzt

Am Freitag begrüßten Bürgermeister Hermann Nafziger und Geschäftsleiter Stefan Schaudig die ersten Preisträger des Architektenwettbewerbs im Rathaus. Nach einer Darstellung des Verfahrens wurden die 2. und 3. Preisträger und die beiden Anerkennungen kurz vorgestellt, bevor die Architekt*innen den gewählten Entwurf der Presse präsentierten.

Preisträger stellen Projekt vor

Doris Gruber und Bernhard Popp vom Architekturbüro Gruber und Popp aus Berlin, Iris Halm und Alexander Rotsch von der Lichtgestaltung Arup, Dr. Dimitri Steinke von der PMG und Jens Böhme von der baustein GmbH erläuterten Entwurf und Planungsstand für die U6-Verlängerung nach Martinsried. Neben zahlreichen technischen Fragen widmete sich das Projektteam in den zurückliegenden Monaten auch der Gestaltung des künftigen U-Bahnhofs. Im Zuge des dafür ausgelobten Realisierungswettbewerbs (Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer Ende Januar 2021, Einreichung der Arbeiten am 07.04.2021, Vorprüfung vom 08.04. bis 04.05.2021) fand am 5. Mai 2021 im Kupferhaus in Planegg die Preisgerichtssitzung statt. Die 11-Köpfige Jury hat aus 12 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen die Plätze 1 bis 3 prämiert und 2 Anerkennungen vergeben. Damit wurde der erste wichtige Meilenstein bei der Gestaltung des künftigen U-Bahnhofs gesetzt.

Den 1. Preis gewann der gemeinsame Entwurf von Gruber + Popp Architekt*innen aus Berlin und Arup Deutschland GmbH (Lichtplanung). Die Juroren waren sich einig, dass das vom 1. Preisträger vorgestellte Gesamtkonzept harmonisch erscheine und sich gut in den Park des neuen Uni-Ensembles einfüge. Die Assoziation an Zellstrukturen unter dem Mikroskop wirke stimmig und stelle einen nachvollziehbaren Bezug zum Ort her.

Im Inneren prägen organische Deckenaussparungen und Deckenöffnungen den neuen Bahnhof. Sie beinhalten auf sinnfällige Weise alle Nutzungselemente wie Entrauchung, Akustik und Beleuchtung. Oberlichter stellen einen Bezug zur Außenwelt her, Aussparungen für Kunstlicht und Leuchten in den Lüftungsschächten ergänzen das Lichtkonzept und sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Der Entwurf kommt ohne weitere Gestaltungselemente aus und schafft so auf einfache Weise einen zurückhaltenden aber doch atmosphärischen Innenraumcharakter.

Die von Gruber + Popp Architekt*innen angelegte zellartige Struktur überzeugte die Juroren auch oberirdisch. Hier fügen sich die Entrauchungskuppel und Oberlichter organisch in die Landschaft ein und lassen eine sinnfällige und hochwertige Nutzung der Freibereiche erwarten.

In der zweiten Stufe des Wettbewerbsverfahrens wurde das VgV-Verfahren durchgeführt, an dem sich auch Gruber + Popp Architekt*innen und Arup Deutschland GmbH beteiligten. Das VgV-Verfahren ist mittlerweile abgeschlossen.

 

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