Große Freude in Bärenstein über ein Wiedersehen nach drei Jahren

29 Planegger und Planeggerinnen inklusive Bürgermeister Hermann Nafziger und Geschäftsleiter Stefan Schaudig reisten am vergangenen Wochenende in die Partnergemeinde ins Erzgebirge. Das abwechslungsreiche Programm begeisterte die Planegger, besonders viel Wert wurde von allen besonders auf den persönlichen Austausch gelegt.

bärenstein

Von Angelika Lawo: Nach Pandemie bedingter Pause bot sich vom 9.-12. September 2021 endlich wieder die Gelegenheit zu einem Besuch in der sächsischen Partnergemeinde Bärenstein. Dreißig Personen im Bus erlaubt – eine Gruppe von Planeggern fand sich zusammen, die schon über Jahre mit den Freunden in Sachsen verbunden ist. Gewünscht hätten sich die Fahrt noch viele mehr- man hätte auch drei Busse füllen können. Gemeinsam mit dem Bürgermeister Hermann Nafziger waren schließlich der Geschäftsführer der Gemeinde Stefan Schaudig, vier Mitglieder des Gemeinderats, unser Alt-Bürgermeister Friedmann, das Ehepaar Holzapfel und andere Planegger, die die Freundschaft mit Bärensteiner Familien schon lange pflegen, mit dabei.

Die Fahrt verlief Stau frei und reibungslos, unterbrochen von einer Stärkung im Grenzort Waldsassen, wo die Zeit noch für einen Kloster-Besuch mit der beeindruckenden Barock-Kirche und der reich mit Schnitzereien verzierten Bibliothek genutzt werden konnte.

In Bärenstein waren viele bei Freunden im Privathaus untergebracht. Im Sächsischen Haus gab es dann am Freitagabend reichlich Gelegenheit zum Wiedersehen feiern.

Der Samstag war der grenzüberschreitenden Erkundung gewidmet. Wobei diese Grenze eigentlich mitten durch den Ort geht: Das tschechische Weipert ist nur durch ein Ortsschild getrennt. Die ganze Region ist mit dem Eisenbahnverkehr ab 1870 zusammengerückt. Die Bodenschätze aus Böhmen führten zu einer industriellen Blüte – das heutige Bahnhofsgebäude lässt nur erahnen, welche Dimension der Güterverkehr hier hatte. Eisenbahner-Herzen schlagen höher. Wir fuhren im Sonderzug über den Erzgebirgskamm auf der stillgelegten Strecke nach Komotau. Die sachkundigen Informationen eines deutschen und eines tschechischen Bahnmitarbeiters fesselten die Zuhörer mit Geschichten aus einer untergegangenen Zeit.

Das ehemalige Sudetenland war reich an Bodenschätzen – das Uran aus Joachimsthal ist jedoch Stoff für die spannendsten Geschichten: Es soll vom US Militär für die Hiroshima Bombe verwendet worden sein. Spätestens da hat man wohl die schädliche Wirkung erkennen können. Davor hielt man die Radioaktivität für heilsam und verschrieb dort Kuren. Ein trauriges Kapitel sowohl für die Arbeiter im Bergbau wie auch für die Frauen, die fluoriszierende Farben etwa für die Ziffernblätter von Uhren verarbeiteten, und mit einem frühen Krebstod bezahlten. Viel gelernt – bei diesem Besuch in der UNESCO Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krusnohori.

Oben auf dem Bärenstein im einsamen Berghotel im Wald mit einem Aussichtsturm und Weitblick wohnten die Planegger, die keine Gastfamilie hatten. Dort feierten dann alle einen Partnerschaftsabend, den wohl keiner so schnell vergessen wird. Die beiden Bürgermeister aus Bärenstein und Planegg bekamen noch Gesellschaft von der Kollegin Jitka Gavdunová aus Weipert.

Die Sängerin Hanna Hentzschel entführte die Gäste auf eine musikalische Reise mit Anekdoten und Liedern von Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Edith Piaf. Hentzschels eigene Geschichte ist dabei mindestens ebenso faszinierend: Sie ist im tschechischen Weipert als Deutsche geboren und aufgewachsen. Ihre Familie nutzte die Gelegenheit zur Ausreise nach dem Prager Frühling. Heute ist die alte Heimat für sie wieder ein Zuhause.

Was vor 29 Jahren nach der Wiedervereinigung als Hilfe zur Integration in westdeutsche Verwaltungsabläufe begann, ist längst eine wertvolle Partnerschaft und für die Menschen eine intensive, hochgeschätzte Freundschaft geworden.

Das 30jährige Jubiläum steht im nächsten Jahr an und es wird uns eine Ehre sein, den Besuch der Bärensteiner dann ebenfalls zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Dafür werden noch Gastfamilien gesucht, die jeweils eine Bärensteiner Familie aufnehmen können.

An dieser Stelle einen Riesendank für die grandiose Vorbereitung und Durchführung der Reise mit dem abwechslungsreichen Programm an Traudl und Erwin Holzapfel, Stefan Schaudig, Hermann Nafziger und den Bärensteiner Bürgermeister Silvio Wagner, ohne die diese Reise nicht so schön und unvergesslich geworden wäre.

 

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